Hochzeit planen, welche Kosten Paare realistisch einplanen sollten

Hochzeit planen, welche Kosten Paare realistisch einplanen sollten

Eine Hochzeit hat etwas von einem kleinen Festival: Ihr baut für einen Tag eine Welt auf, in der sich alle wohlfühlen sollen – ihr selbst zuerst. Genau deshalb kippt das Thema Geld so schnell in Stress. Nicht, weil Paare „zu viel wollen“, sondern weil Kosten selten wie ein großer Block auftreten. Sie kommen in Wellen: erst die Location, dann die Dienstleister, dann überall kleine Beträge, die man im Alltag kaum spürt – bis sie zusammen plötzlich groß wirken.

Wenn Zahlen euch helfen sollen, müssen sie sich „echt“ anfühlen

Realistische Planung beginnt nicht mit einer runden Gesamtsumme, sondern mit einem Gefühl dafür, was ein Gast tatsächlich kostet. Denn die meisten Entscheidungen hängen irgendwann an der Gästeliste – selbst wenn euch das zunächst unromantisch vorkommt. Essen, Getränke, Service, oft auch Miete und Personal werden pro Person gerechnet oder steigen, sobald ihr eine bestimmte Größenordnung überschreitet.

Als Orientierung nennt der Ratgeber der ING zu Hochzeitskosten für Essen und Trinken häufig einen Richtwert von etwa 100 bis 150 Euro pro Person; in gehobener Gastronomie können es auch 150 bis 250 Euro pro Kopf sein. Das ist keine „Pflicht-Spanne“, aber sie macht etwas sichtbar: Bei 70 Gästen bedeutet allein dieser Bereich grob 7.000 bis 10.500 Euro – bevor ihr über Kleid, Ringe, Musik oder Fotos nachdenkt. Und plötzlich ist klar, warum eine scheinbar kleine Änderung („wir laden doch noch ein paar Leute mehr ein“) nicht nur ein paar Stühle mehr sind.

Der größte Kostenblock ist oft nicht

Der größte Kostenblock ist oft nicht „teuer“, sondern konsequent

Viele Paare suchen nach dem einen Trick, um die Kosten zu drücken. In der Praxis funktioniert eher das Gegenteil: Konsequent zu sein, spart am meisten. Wenn ihr euch etwa früh entscheidet, ob ihr ein langes Dinner mit vollem Service wollt oder eher ein lockeres Konzept, dann folgen viele Posten diesem Stil automatisch. Eine edle Location plus Fine-Dining plus lange Party ist ein stimmiges Paket – es ist nur eben ein anderes Paket als Gartenfeier mit unkompliziertem Catering und kürzerem Abend.

Wichtig ist, dass ihr euren Geld-Einsatz dort konzentriert, wo er wirklich „ankommt“. Gäste erinnern sich selten daran, ob die Servietten handgeschöpft waren. Sie erinnern sich an gutes Essen, an einen Abend, der fließt, und an das Gefühl, dass das Paar präsent war – statt permanent Dinge zu organisieren.

Auch das Offizielle hat seinen Preis – und kommt sicher

Neben den großen, gefühlsgesteuerten Posten gibt es Kosten, die schlicht dazugehören. Standesamtliche Gebühren und Urkunden sind nicht riesig im Vergleich zu Catering, aber sie sind fix und planbar – und genau deshalb gehören sie früh ins Budget, damit sie später nicht wie „Extra-Rechnungen“ überraschen.

Ein konkreter Anhaltspunkt: Auf der Seite Gebühren der Standesämter im Land Berlin werden für die Anmeldung der Eheschließung 45 Euro genannt, außerdem z. B. 40 Euro für eine Eheschließung beim nicht zuständigen Standesamt und 12 Euro für eine Eheurkunde (weitere Urkunden kosten zusätzlich). Je nach Stadt und Situation kann es Abweichungen geben, aber der Charakter bleibt gleich: Diese Kosten sind kalkulierbar – ihr müsst sie nur bewusst mitnehmen.

Auch das Offizielle hat seinen Preis

Verträge schreiben das Budget mit – manchmal lauter als Pinterest

Wenn ihr das Gefühl habt, „wir schauen später nochmal“, lohnt sich ein Blick auf die Vertragsrealität. Denn ab dem Moment, in dem Anzahlungen gezahlt sind, entscheiden Fristen und Bedingungen darüber, ob sich eine Planänderung günstig oder teuer anfühlt. Gerade bei Location und großen Dienstleistern kann das Kleingedruckte darüber bestimmen, wie flexibel ihr im Ernstfall seid.

Dass das nicht nur Theorie ist, zeigt ein Bericht von LTO über eine BGH-Entscheidung zu coronabedingt ausgefallenen Hochzeitsfeiern: Verträge konnten nicht ohne Weiteres gekündigt werden, nur weil die Feier so nicht stattfinden konnte, und Gerichte schauen u. a. darauf, ob eine Verlegung möglich und zumutbar gewesen wäre. Der praktische Schluss daraus ist simpel: Wenn ihr unterschreibt, unterschreibt ihr nicht nur einen Preis, sondern auch Regeln für „Was wäre, wenn …?“.

Im letzten Drittel der Planung wird Ruhe zum echten Kostenfaktor

Kurz vor der Hochzeit passiert häufig etwas Typisches: Entscheidungen, die man in Ruhe günstig lösen könnte, werden unter Zeitdruck zu teuren Abkürzungen. Dann wird aus „wir besorgen noch“ plötzlich „wir nehmen einfach das Upgrade“. Deshalb ist es realistisch, neben allen Angeboten auch Raum für Unvorhergesehenes zu lassen – nicht als Einladung zum Geldausgeben, sondern als Schutz davor, dass euch Kleinigkeiten emotional und finanziell überrollen.

Und es geht nicht nur ums Geld, sondern um Entlastung. Wer schon einmal eine große Feier erlebt hat, weiß: Die Stimmung steht und fällt mit Übergängen, Timing und dem Gefühl, dass niemand „verloren geht“. Genau deshalb kann Hochzeitsmoderation in NRW für manche Paare ein sinnvoller Baustein sein – nicht als Show, sondern als leise Struktur im Hintergrund, damit ihr den Abend nicht managen müsst, sondern ihn erlebt.

Zwei Orientierungen reichen oft für einen klaren Plan

Fazit: Zwei Orientierungen reichen oft für einen klaren Plan

Ihr braucht keine hundert Richtwerte, um realistisch zu kalkulieren. Zwei solide Anker reichen häufig: ein plausibler Pro-Kopf-Rahmen für Essen und Trinken, plus die fixen, offiziellen Gebühren. Wenn diese Basis steht, könnt ihr den Rest wie einen Baukasten behandeln – und Entscheidungen danach treffen, ob sie eurem Tag wirklich etwas geben. Dann ist Budgetplanung keine Bremse, sondern das, was sie sein sollte: ein ruhiger Untergrund für ein Fest, das sich leicht anfühlt.

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